Chronik

Chronik der Klosterschule

Die Grundschule an der Klosterstraße, kurz Klosterschule genannt, ist nach der ehemaligen Kirchenschule neben St. Jakob die zweitälteste Dachauer Schule. Die Schulchronik berichtet: „Auf Anregung des H.H. Pfarrers und Distriktschulinspektors Kaspar Silner kaufte 1854 der Magistrat das Moll’sche Schlößchen und übergab dasselbe an den Orden der armen Schulschwestern d.N.D. (de Notre Dame). Am 28. November 1854 brachte hochselige Mutter Theresia einige Schwestern nach Dachau: M. Pachomia Pulciani, M. Michaela Probst und M. Theobalda Frei.“

Scherenschnitt Klosterfrau

1854: Feierliche Installation

Am 30.11. war feierliche Installation mit Übergabe des Klosters und der Schule, die damals drei Abteilungen (1./2. + 3./4. + 5./6./7. Jahrgang) hatte.

112 Mädchen besuchten die Werktagsschule und 119 die Feiertagsschule. Damals gingen auch die Schulkinder von Prittlbach (im Oktober 1908 wurde dort eine eigene Schule errichtet) und der Gemeinde Günding Pfarrei Mitterndorf (erst 1910 wurde in dem zwischen Günding und Mitterndorf gelegenen Oberndorf ein Schulhaus neu erbaut) nach Dachau.

1869: Eigentumsrechte ändern sich

Unter der Bedingung, „daß dasselbe unbeschränkt mit sämtlichen Gebäulichkeiten, Grundstücken und Zugehörungen dem Orden der Schulschwestern zur freien Nutznießung überlassen bleibe, solange sich dieser Orden in Bayern mit Besorgung der weiblichen Schulen betätigt.“, trat der Orden im Jahre 1869 das Eigentumsrecht auf das Mollschlösschen an die Marktgemeinde Dachau ab.

1877: Anbau Nr. 1

Anbau 1877

1877 besuchten 257 Mädchen die Werktagsschule. Die stets wachsende Schülerzahl machte einen Anbau notwendig: die jetzigen Zimmer 1 und 6 (Südostflügel). Am 9. April wurde mit dem Bau begonnen, im Oktober wurde er bezogen. Auf Wunsch mancher Eltern wurden im Kloster auch Zöglinge, die die Volksschule besuchten, untergebracht. Diese Einrichtung gab es bis 1901.

1887: Anbau Nr. 2  

Anbau 2 1887

Im Jahre 1886 war die Kinderzahl auf 411 gestiegen. Grund genug für einen Neubau mit zwei Stockwerken, im Stil dem bestehenden Kloster angepasst. Im Oktober 1887 konnten alle Klassen aus dem Kloster ausziehen und die dortigen Schulzimmer wurden in Klosterräume umgebaut. In den Neubau wurde auch eine Knabenklasse verlegt, 1894 noch eine weitere. 1921 wurden diese Klassenzimmer wieder frei, weil auf der Fläche der Steinmühlänger eine Schulbaracke für die Knaben aufgestellt wurde. 1931 war die heutige Ludwig-Thoma-Schule als Kabenschule fertiggestellt. Das der Klosterschule angrenzende Spital wurde „niedergelegt“ und somit eine bessere Belichtung und ein freier Platz vor dem Schulhaus geschaffen.

Schülerinnen bekommen Bibliothek und stricken Strümpfe

1905, unter der Amtsführung des H.H. Pfarrers und Distriktschulinspektors Joh. Bap. Winhart, wurde der Grund zu einer Schülerbibliothek gelegt, von der sich später eine Volksbibliothek abzweigte.
1908 fand zur Feier des 1100-jährigen Bestehens des Ortes Dachau im Schloss eine gewerbliche Ausstellung statt, „die auch von der hiesigen Mädchenschule beschickt wurde“. Professor Stockmann wollte die kunstvollen Muster der Dachauer Strümpfe retten. Aus diesem Grunde arbeiteteten die Schülerinnen „nun diese merkwürdigen alten Muster in Flachstickerei auf Decken, Handtücher und Kissen und trugen damit das Ihrige bei zur Erhaltung und Vererbung bodenständiger Kultur“.

1910: Trinkwasser, Licht und Schulzeitverlängerung

1910 wurde auf magistr. Anordnung in jedem Stock eine Trinkwasserleitung verlegt; im Handarbeitssaal und auf zwei Gängen elektrisches Licht eingerichtet.
Auf allgemeinen Wunsch wurde 1925/26 die Schulzeit um ein Jahr verlängert. Die Schulpflicht beträgt nun 8 Schuljahre.

1953: Eine neue Schule in Dachau-Süd

Am 9. Dezember 1953 bezogen Lehrer und Schüler die neue Schule an der Eduard-Ziegler-Straße, die getrennt war in eine katholische Mädchen- und Knabenschule.
Bereits am 3. September waren die Sprengel eingeteilt worden: Ludwig-Dill, Schleißheimer Straße und Unter-Augustenfeld blieben bei Dachau-Nord, Ober-Augustenfeld kam zu Dachau-Süd; Grenze war der Bahnkörper.

1959/60: Eine Turnhalle für die Klosterschülerinnen in der Brunngartenstraße

1959/60 wurden die ehemaligen Volkslichtspiele beim Gewerkschaftshaus in der Brunngartenstraße zu einer Turnhalle für die Mädchen der Klosterschule umgestaltet. Das Marschieren zum Sportunterricht begann und ist bis zum heutigen Tag noch nicht beendet.

1968/69: Eine weitere Schule in Dachau-Ost

Durch den Bau der neuen Schule an der Anton-Günther-Straße ist es möglich, den Schulsprengel der Knaben (Thoma-Schule) und Mädchen (Klosterschule) zu entlasten. Das bedeutet auch das Ende des Schichtunterrichts.

1969: Schulschwestern gehen

Schulschwestern

Die Schulschwestern verabschiedeten sich nach 115 Jahren von der Stadt Dachau. Die klösterlichen Lehrkräfte des Ordens der Armen Schulschwestern wurden von der Klosterschule Dachau abgezogen. Am 1. Juli wurden im Vortragssaal der Kreis- und Stadtsparkasse Dachau die fünf klösterlichen Lehrkräfte Theodelindas Hauer, Ansgaria Richstein, Josefa Pfaffenberger, Eusebia Krieger und Lucia Hilmer sowie die jahrelang als Schulputzerin tätige Schwester Tullia Gattinger verabschiedet. In seiner Abschiedsrede bedauerte Bürgermeister Dr. Reitmeier „den Wegzug der ungemein tüchtigen Lehrkräfte im Ordenskleid“.

Die erste staatliche Leiterin wird Luise Wallisch.

1970: 3. Erweiterungsbau und Trennung in Grund- und Hauptschule

Trennung Grund- und Hauptschule

Trennung in Grund- und Hauptschule

 

 

 

 

 

Die Volksschulreform brachte die endgültige Trennung in Grund- und Hauptschule. Alle Mädchen ab der 5. Klasse kamen in die Ludwig-Thoma-Schule und die Buben der dortigen Grundschulklassen in die Klosterschule. Auch die Bekenntnisschulen wurden aufgelöst. Am 19. Dezember 1970 wurde der Erweiterungsbau der Klosterschule eingeweiht. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 1,2 Millionen Mark.

Der Anbau enthält sechs Klassenzimmer, zwei kleine Mehrzweckräume, einen kleinen Gymnastikraum, sowie eine Hausmeisterwohnung im ausgebauten Dachgeschoss. Die Fassade gestaltete der Dachauer Maler Otto Fuchs (1911-2000) mit einem Bild des Hl. Franziskus.
1976 wurde auch die Schule in Mitterndorf (gehört seit 1978 zur großen Kreisstadt Dachau) aufgelöst und in die Klosterschule integriert.

Griechische und türkische Schüler

Seit dem Schuljahr 1974/75 erteilten Lehrerinnen aus der Klosterschule Deutschunterricht an der griechischen Schule. Bis 1982 war sie in der Kirchenschule untergebracht, dann in der ehemaligen Volksschule Mitterndorf. Sie wurde 2013 geschlossen. Die Klassen der türkischen Schule wurden der Grundschule an der Klosterstraße angegliedert. Von September 1978 bis Juli 1981 befand sich die türkische Schule in Mitterndorf. Bis 1992 waren zwei türkische Klassen in der Klosterschule untergebracht. Diese Schule löste sich auf: die türkischen Eltern wollten ihre Kinder in deutsche Klassen integrieren.

1981: Auflösung des Klosters

Die letzten drei kösterlichen Fachlehrerinnen und Kindergärtnerinnen gehen ins Mutterhaus. Das Erdgeschoss des ehemaligen Klostertrakts wird dem Städtischen Kindergarten übereignet. Den 1. Stock nutzt die Klosterschule mit einem kleinen Werkraum. Das Dachgeschoß wird zu einer Wohnung ausgebaut.

1982: ein Emblem für die Schule

Emblem schwarz-weiß

„Der schlaue Fuchs auf dem Klosterberg“: ein Emblem für die Kinder unserer Schule ist geboren.
Es ziert immer wieder T-Shirts und Pullis, die die Schüler erwerben konnten.

1990: Umgestaltung des Klostergartens

Der frühere Klosterhof war ein Gemüsegarten. 1990 wird ein Biotop angelegt und der Hausmeister pflegt es fachkundig.

Klostergarten alt

 

 

 

 

 

1994: Fluchtstege werden errichtet

Bau Fluchtweg

 

Bei einem Brand im Treppenhaus des Altbaus wäre der Fluchtweg für die Obergeschosse versperrt. Deshalb müssen im Innenhof der Klosterschule aufwendig Fluchtstege angebracht werden.

 

 

1995: Spiel- und Ruhezonen im Schulhof, Sprengeländerung

War bis jetzt die Pollnstraße die östliche Grenze des Einzugsgebietes der Klosterschule, so endet der Schulsprengel nun an der Amper und Bahnlinie. Dadurch wird eine gleichmäßigere Verteilung der Schüler und Schülerinnen an die drei bestehenden Grundschulen erreicht.

Pausenhof alt

1999: Frühbetreuung
Die Morgenbetreuung wird eingeführt: für angemeldete Kinder wird ab 7.30 Uhr ein betreuter Raum geöffnet.

2004: 150-jähriges Bestehen der Klosterschule

150 Jahrfeier

24. Februar 2005: Einweihung des Neubaus

Im Neubau finden 4 Klassenzimmer und eine schwungvolle Aula Platz.

Neubau unten

 

 

 

 

 

 

 

 

2009:  Einrichtung eines Computerraums

Der Computerraum unserer Schule ist fertiggestellt. 4 von den 12 Arbeitsplätzen hat der Förderverein gespendet.

Computerraum

2011: AcitveBoards

Zwei Klassenzimmer werden erstmals mit ActivBoards ausgestattet. Weitere werden folgen.

2016: Bereitstellung des Internets in allen Klassenzimmern  Internetkabelund Sanierung des Schulteichs

Sehr lange Kabel (Auf dem Bild liegen sie noch im Hof bereit!) wurden verlegt, damit weitere Schulräume ans Internet angeschlossen werden können.

 

Unser Schulteich im Garten wurde saniert. neuer Schulteich

Er wurde etwas verkleinert und verliert nun kein Wasser mehr. Eine kleine Plattform am Rande ermöglicht gefahrloses Beobachten der Frösche, Libellen und….

 

 

2019: Neugestaltung des Pausenhofs

Schon seit Januar 2018 war unser Pausenhof teilweise gesperrt.
Aufgrund neuer Vorschriften musste im benachbarten Thoma-Haus der Brandschutz verbessert werden: eine neue Sprinkleranlage wurde eingebaut. Der dazugehördende Wassertank musste in unserem Pausenhof versenkt werden. Bereits im Januar 2018 waren Bäume gefällt worden. Am 17. Juli 2018 rückten dann die ersten Bagger an. Es wurden Sträucher entfernt und Bauzäune aufgestellt. Nach den ersten Erdbewegungen kamen jedoch Archäologen und gruben vorsichtig mit der Schaufel nach enventuellen mittelalterlichen Funden.

Baustelle Pausenhof

 

 

 

 

 

Ende April 2019 war dann alles fertig.

Hügellandschaft mit Trampolins

 

neu angelegte Hügellandschaft und die drei im Boden versenkten Trampoline

 

 

 

Schulchronik erstellt von L.Berghammer und E. Rauscher, überarbeitet und fortgesetzt von E. Gartner