Unterrichten in Zeiten des Coronavirus (von Christine Dumele und Eva Gartner)

Immer wieder wurde betont, dass diese Coronavirus – Zeit uns vor Herausforderungen stellt. Dies machte auch vor uns Lehrkräften und unseren Beruf keinen Halt.

So standen wir anfangs vielen Herausforderungen gegenüber und wir mussten schnell, aber auch flexibel auf die neue Situation reagieren.

Zuerst wurde geklärt, wie wir mit unseren Schülern und Schülerinnen kommunizieren. Arbeitsblätter, die wir analog in einem Ordner oder in einer Lehrerhandreichung hatten, mussten digitalisiert werden. Oftmals wagten wir uns auch in den Lehrmaterialdschungel des Internets, um Alternativen zu finden. Dabei mussten wir aber beachten, dass wir viele der Arbeitsblätter nicht digital verwenden, vervielfältigen oder verbreiten dürfen. Hinzu kam, dass wir uns nicht sicher waren, wie die mediale Ausstattung zuhause bei den Schülern und Schülerinnen ist. Können alle Eltern die versendeten Arbeitsblätter ausdrucken?

Danach reflektierten und suchten wir in unseren Teams immer wieder neue Kommunikationsmöglichkeiten. Wochenpläne wurden per Videokonferenzen gemeinsam diskutiert, Arbeitsblätter ausgetauscht und neue Ideen eingebracht.

Außerdem mussten wir uns in einigen Bereichen zur Digitalisierung online fortbilden. Da war es gut, dass Frau Gartner vor kurzem in einer Schulnetz Fortbildung war und uns an einige nützliche digitale Werkzeuge heranführen konnte. Dazu gibt es auch ein Fortbildungspadlet für uns Lehrkräfte.

 

 

 

 

 

 

So entstanden Padlets (digitale Pinnwände), Erklärvideos, Zugänge zu LernApps (z.B. Anton), Kindersprechstunden, Telefonatrunden für die verschiedenen Klassen und es gab und gibt ständigen Email Kontakt mit den Eltern und Schüler und Schülerinnen.

 

 

 

 

 

 

 

Darüber hinaus gibt es einige Lehrkräfte in unserem Kollegium, die selber den Spagat zwischen Beruf und Betreuung der eigenen Kinder leisten mussten und weiterhin müssen. Das digitale Unterrichten sowie die individuelle Betreuung der Schüler und Schülerinnen sind zeitaufwendig und benötigen die volle Aufmerksamkeit. Daneben das eigene Kind anzuleiten, zu motivieren und geduldig auf Lösungsvorschläge zu warten, stellte auch die innere Ausgeglichenheit einer Pädagogin auf die Probe.

Zudem blieben immer wieder die gleichen Fragen im Raum stehen:

Passt die Zusammenstellung der Aufgaben in den Wochenarbeitsplänen? Welche Zusatzangebote sind sinnvoll? Trauen sich die Eltern sich zu melden, wenn irgendwo Probleme auftreten? Wie überprüfen wir die bearbeiteten Aufgaben? Können wir unser Lernangebot nach Wochen wirklich noch passgenau für unsere Klasse erstellen? Reicht das Druckerpapier?

Mit der Zeit spielten sich viele Dinge ein und manche Abläufe wurden zu Routine. Doch die Unsicherheit und Ungewissheit, wie geht es weiter – wann werden die Grundschulen wieder geöffnet – wie wird es in der nächsten Jahrgangsstufe weiter gehen – sie blieben.

…und ein wichtiger Aspekt konnte zu keinem Zeitpunkt gelöst werden:

Wir, Lehrkräfte, vermissten und vermissen unsere Schüler sowie Schülerinnen und die Kinder wiederum uns und ihre Freunde.

Das Miteinander fehlt uns allen.

 

Wir sind sehr froh, wenn wir uns jetzt wiedersehen

und diese Gemeinschaft wieder leben können.

 

Auch wenn es etwas anders ist, als alle von uns SCHULE kennen.

Viele Fragen werden uns auch noch auf unbestimmte Zeit begleiten,

da das Lernen in der Schule noch abwechselnd erfolgt mit dem Lernen zuhause.