Werteerziehung und Soziales Lernen

  1. Der Ausgangspunkt: Artikel 131 der Verfassung des Freistaates Bayern i.d.F. der Bekanntmachung vom 15. Dezember 1998: „Die Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln, sondern auch Herz und Charakter bilden.“
  2. Die Bayerische Verfassung gibt den Schulen somit einen umfassenden Bildungs- und Erziehungsauftrag, von dem sich folgende Werte und Tugenden ableiten lassen, die in den Mittelpunkt der Initiative gestellt wurden: religiöse/ethische Orientierungsfähigkeit, Toleranz, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft, Fairness, Disziplin, Teamfähigkeit, Kreativität, Zivilcourage, Zuverlässigkeit, Leistungsbereitschaft, Selbständigkeit und Verantwortungsbewusstsein.

 

Ein gutes Schulklima ist für eine erfolgreiche Zusammenarbeit von Lehrern, Schülern und Eltern sehr wichtig. Werteerziehung soll dazu beitragen. Ebenso ist Soziales Lernen, also die Förderung der sozialen und emotionalen Kompetenzen der Schüler, ein Thema, das an Schulen immer mehr an Bedeutung gewinnt. Der Begriff des sozialen Lernens beschreibt die Entwicklung sozialer Beziehungen zwischen den Schülerinnen und Schülern mit dem Ziel, gemeinschaftsfähig zu werden. Außerdem gehört auch der Erwerb sozialer und emotionaler Kompetenzen zum sozialen Lernen, das sind im einzelnen Wahrnehmungs-, Kooperations- und Konfliktfähigkeit, Empathie, Verschwiegenheit, Kontakt- und Kommunikationsfähigkeit sowie Zivilcourage.

Schüler leben und lernen in der Klasse mit einer größeren Gruppe zusammen. Das ist nicht immer einfach, denn jeder Schüler hat seinen eigenen Charakter, eigene Vorstellungen und Wünsche. Deshalb ist es wichtig, die sozialen Kompetenzen der Schüler zu fördern. Besonders in der Grundschule hat aber noch nicht jeder der Schüler gelernt, wie er seine Gefühle und Emotionen und die der anderen Kinder wahrnehmen und deuten kann. Fehlen diese Fähigkeiten, kommt es leicht zu Streit und Konflikten der Schüler untereinander.

Sozial kompetente Kinder

    • wissen, wie sie sich in Gruppen angemessen verhalten.
    • verstehen soziale Verhaltensweisen in Gruppen.
    • können ihr Verhalten und das anderer reflektieren.

Dadurch fällt es ihnen leicht, sich zu integrieren und erfolgreich innerhalb von Gruppen zu agieren.

 

DIE RAKUNS – Das gesunde Klassenzimmer

 

Unsere Schule nimmt im Schuljahr 2020/21 an dem bundesweiten Programm zur Gesundheitsbildung in Grundschulen teil.Mit dem Programm „DIE RAKUNS – Das gesunde Klassenzimmer“ stellt die Stiftung Kindergesundheit gemeinsam mit ihrem Partner, der IKK classic, die Gesundheitsförderung in Grundschulen in den Mittelpunkt ihres Engagements. Das Programm ist ein auf wissenschaftlicher Evidenz basierendes Programm zur Gesundheitsbildung in Grundschulen. Dabei werden mit den Kindern jahrgangsstufengerecht folgende Themen aufgegriffen:

  • Körper- und Selbstwahrnehmung
  • Bewegung und Entspannung
  • Körperpflege und -hygiene
  • Ernährung
  • Medien

Leider finden im Schuljahr 2020/21 coronabedingt erst einmal keine weiteren Projekte und Arbeitsgemeinschaften statt.

In den 3. Klassen findet das  Projekt  „pack ma`s“ statt. Das Präventionskonzept „pack ma`s“ greift die Themen Gemeinschaft, Vertrauen, Gewaltprävention sowie Förderung von Selbstbehauptung und Zivilcourage auf ganz besondere Weise auf. Es werden Konflikte oder Krisensituationen dargestellt um dazu im geschützten Rahmen Lösungsstrategien gemeinsam mit den Schülern und Schülerinnen zu erarbeiten. Mehr Informationen zu „pack ma`s“ finden Sie hier .

Pack ma´s 

Das Präventionskonzept greift mit Schülern interaktiv Krisensituationen auf um dazu im geschützten Rahmen Lösungsstrategien zu erarbeiten. Mit „pack ma´s“ zu mehr Sicherheit und Souveränität in der Schule!

Mit „pack ma´s“ als sozialem Trainingskurs soll sich sowohl der Umgang zwischen den Schülerinnen und Schülern, als auch gegenüber den Lehrkräften grundlegend verbessern. Durch eine feste und dauerhafte Installierung des „pack ma´s“-Konzeptes im Lehrplan kann ein wesentlich verbessertes Klima in der Schule entstehen. Grundlage hierfür sind die Leitsätze und Regeln, die im Laufe des Kurses mit den Schülerinnen und Schülern selbst erarbeitet werden und daher bei diesen eine hohe Akzeptanz genießen.

Auf Basis einer eigenständigen Umsetzung ohne die Mithilfe von externen Trainern ist es möglich, das Konzept im Rahmen der Prävention und Intervention einzusetzen. Durch diese Herangehensweise kann eine hohe Nachhaltigkeit bei der Zielgruppe bewirkt werden, da die ausgebildeten Trainer täglich vor Ort sind und Fehlverhalten/-entwicklungen Ziel gerichtet angesprochen werden können.

 
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Daneben wird je nach Bedarf in einzelnen Klassen das

Projekt „Von der Wolfs- zur Giraffensprache“ durchgeführt. Dabei geht es um die Gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach dem amerikanischen Psychologen Marshall B. Rosenberg. Er will uns mit der GFK eine Möglichkeit zur Verfügung stellen, auch im Konfliktfall respektvoll miteinander umzugehen und Streit konstruktiv zu lösen.

Gewaltfreie Kommunikation – kurz GFK.

Die GFK besteht aus vier Schritten:          

  1. Beobachten – Was ist geschehen?
  2. Gefühl – Wie geht es dir?
  3. Bedürfnis – Was brauchst du?
  4. Bitte – Wie kann mein Bedürfnis erfüllt werden?

Als Symbolfigur für die GFK nutzte Rosenberg die Giraffe.

Warum Wolf und Giraffe? Mit diesen beiden Tieren wird die gewaltvolle und gewaltfreie Sprache verbunden. Das heißt, der Wolf mit seinen spitzen Zähnen ist ein Sinnbild für denjenigen, der mit seiner Sprache zubeißt und den anderen damit verletzt oder eben so auch agiert. Die Giraffe hingegen hat mit ihrem langen Hals einen wunderbaren Überblick über die Situation und kann von oben alles überblicken. Bei diesem Projekt sollen die Kinder durch verschiedene Spiele und Diskussionen die vier Schritte der gewaltfreien Kommunikation durchlaufen.

Im Rollenspiel lernen unsere Schülerinnen und Schüler den Unterschied zwischen Giraffen- und Wolfssprache, versuchen, eine Situation neutral – das heißt, ohne Wertung und Interpretation – zu beobachten, formulieren ihre Gefühle und entdecken ihre Bedürfnisse.

Dazu passt auch unsere jährliche Freundlichkeitswoche, die im Frühjahr stattfindet.

Da vor allem in den Pausen Konflikte entstehen, hat unser Schulentwicklungsteam sich mit der Gestaltung der Pause und neuen Pausenregeln eingehend beschäftigt. Der Pausenhof wurde in neue Pausenzonen aufgeteilt, eigene Pausenregeln für die ganze Schule wurden festgelegt und die Die STOPP-Regel für die ganze Schule beschlossen.

Zusätzlich wird unsere Arbeitsgemeinschaft „Streitschlichter“ weitergeführt.

Pausenengel (Streitschlichter)

Speziell zu Streitschlichtern ausgebildete Schülerinnen und Schüler führen die Schlichtung bei Konflikten unter jüngeren Mitschülern durch. Ein Team von ebenfalls ausgebildeten Lehrkräften koordiniert und unterstützt die Streitschlichter bei ihrer Arbeit. Zentral bei  diesem Konzept ist das Schlichtungsgespräch, das durch den Streitschlichter moderiert wird.

Schlichterprogramme an Schulen haben eine nachweislich positive Auswirkung auf das allgemeine  Schulklima: Sie fördern eine einheitliche Konfliktkultur, bei der durch den Einbezug und das Mitwirken von Schülerinnen und Schülern eine stärkere Identifikation mit ihrer Schule erfolgt. Die Mitgestaltung und somit die Verantwortungsübernahme haben darüber hinaus einen gewaltpräventiven Charakter, insbesondere dann, wenn verhaltensauffällige Kinder zum Beispiel in die Streitschlichter-AG integriert werden können.

Die Ausbildung zum Streitschlichter oder zur Streitschlichterin und die Ausübung dieser Rolle fördern zahlreiche wichtige Sozialkompetenzen, die auch im späteren (Berufs-)Leben von entscheidender Bedeutung sind: Neben dem konstruktiven Umgang mit Konflikten werden der sprachliche Ausdruck und die Teamfähigkeit gefördert. Die Kinder lernen ihre eigenen Wünsche und Interessen Anderen gegenüber angemessen zum Ausdruck zu  bringen. Damit einhergehend wird das Selbstvertrauen merklich gefördert und gestärkt.  Darüber hinaus trainieren die Schülerinnen und Schüler ihre Fähigkeit zur Empathie,  welche einen zentralen Aspekt der meisten schulischen Präventionsansätze darstellt.

 

Außerdem gibt es unsere Monatsmottos. Pro Monat wird ein neues Motto in den Vordergrund gestellt. Jedem einzelnen soll sein Verhalten damit bewusst werden und der rücksichtsvolle Umgang miteinander eingeübt werden:

Unsere Monatsmottos:

1. Pause:

In der Pause verhalte ich mich rücksichtsvoll und friedlich.

Ich beachte die Zonen in unserem Schulhof:

Ruhezonen:
Die Ruhezone darf ich nur langsam betreten!

Spielzonen:
Hier kann ich nur Spiele machen, bei denen nicht gerannt wird.
(Wippschlange, Drehteller, Hüpfspiel,
Vier gewinnt, Gummihüpfen, Korbball)
Fußballspielen ist nur beim Tor und an der Torwand erlaubt.

Laufzone:
Alle Spiele bei denen man laufen muss, darf ich nur in der Laufzone um den Hofbaum herum spielen. (Pferdchenspiel, Fangen, …)

 

2. Wir  grüßen höflich.

    Wir  sagen bitte und danke.

    Wir  halten die Türe auf.

3. Wir gehen auf der Treppe rechts.

 Wir gehen langsam.

    Wir drängeln nicht.

4. Wertstoff oder Müll? Wir vermeiden und trennen Abfall!  

Wir schützen unsere Umwelt und trennen Abfälle in Papier, Wertstoff und Restmüll.

  

5. Respekt vor fremden Sachen

Ich benutze fremde Dinge wie meine eigenen.

 

 

6. Wenn`s ordentlich ist im Haus, schaut´s einfach schöner aus! … und man muss nicht suchen!

 

7. PSST! 

Niemand soll uns auf dem Gang hören, damit wir den Unterricht nicht stören.

 

 

 

8. Giraffensprache oder Wolfssprache?  

Ich entscheide selbst:

      Giraffensprache oder Wolfssprache?

 

9. Schau nicht weg!

     Sei mutig und kümmere dich.